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Politische Rahmenbedingungen

Eine Agrar-PV-Marktführung ist nur möglich, wenn die innovative Agrar-PV-Freiflächenanlagentechnik in existierende politische Rahmenbedingungen eingebettet wird. Derzeit befindet sich die Agrar-PV-Technik in Deutschland in einem Entwicklungszustand, indem noch mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung von Seiten der öffentlichen Hand sowie der Industrie notwendig sind. Im Ausland hingegen, insbesondere in Italien, Frankreich und Japan, wurde die Machbarkeit des Agrar-PV-Ansatzes bereits erfolgreich demonstriert.

Im Zusammenspiel von EU, Bund und Land/Kommune können jeweils unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Agrar-PV-Dissemination vorbereitet werden.

EU-Ebene: Da die Ackerfläche unter der Agrar-PV-Anlage weiterhin zur Verfügung steht, sollten die Agrarzuschüsse pro Hektar für den Landnutzer weiterhin zur Verfügung stehen. Zusätzlich dient eine Agrar-PV-Anlage als Resilienz-Maßnahme gegen den Klimawandel und schützt die darunterliegende Ernte vor zu hoher Einstrahlung, extremen Wetterereignissen wie langanhaltender Trockenheit oder Hagel.

Bundesebene: In technischer Hinsicht gibt es zwei Arten von PV-Freiflächentechnologien, die beide die Legaldefinition von PV-FFA in §5 Nr. 16 EEG 2014 erfüllen: a) die herkömmliche PV-FFA und b) die Agrar-PV-FFA. Während die herkömmliche PV-FFA durch die PV-Freiflächenausschreibungsverordnung reguliert ist, ist dies bei der Agrar-PV-Technik nicht der Fall.

In der Agrar-PV-Stellungnahme von Fraunhofer ISE und Wuppertal Institut vom 21. August 2014 haben wir erörtert, wieso aufgrund der beiden zur Verfügung stehenden PV-Freiflächentechnologien eine Agrar-PV-Regulierung notwendig ist und wie diese gestaltet werden könnte.

Stellungnahme zur BMWi-Konsultation "Eckpunkte für ein Ausschreibungsdesign für Photovoltaik-Freiflächenanlagen" : Agrar-Photovoltaik (Agrar-PV) als ressourceneffiziente Landnutzung
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2014)
Zum Download

Land/Kommune: Agrar-PV-Freiflächenanlagen sind ressourcenschonend und flächensparend, zusätzlich sollten sie natur- und landschaftsverträglich genutzt werden. Ob eine Agrar-PV-FFA errichtet werden darf, obliegt der Entscheidungshoheit der Kommune, die als Träger der Bauleitplanung einem Vorhaben zustimmen oder es ablehnen kann. Der Umstand, dass voraussichtlich bereits ab 2020 herkömmliche PV-FFA die günstigste Art der Stromerzeugung in Deutschland sein wird und dass die Agrar-PV-Technik sich weiterhin in Richtung Marktfähigkeit entwickeln wird, steigert den ökonomischen Druck auf Nutzflächen im ländlichen Raum. Kommunen oder die örtlichen Baurechtsbehörden sollten sich daher führzeitig darum bemühen Vorrangsflächen für die Installation von Erneuerbare Energien Technologien – insbesondere für PV- und Agrar-PV-Freiflächentechnologien – auszuweisen. Eine enge Bürgerbeteiligung in diesem Prozess mindert die Wahrscheinlichkeit von Akzeptanzproblemen und ermöglicht die Chance, dass lokale Investoren die Energiewende vor Ort vorantreiben, womit die Akteursvielfalt und die lokale Wertschöpfung gesteigert werden.