Die Machbarkeit von Agrophotovoltaik wird demonstriert

Wirtschaftlichkeit

Für eine möglichst kostengünstige Energiewende in Deutschland, bei der die Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden, sollte die PV-Technologie - egal ob auf Dächern oder auf Freiflächen - von heute 40 GWp auf mittelfristig ca. 200-250 GWp ausgebaut werden (Quaschning 2016, Henning & Palzer 2012). Hintergrund ist der, dass zum Einen die Akzeptanz in der Gesellschaft für PV aktuell noch weitaus größer ist als für andere EE Technologien und notwendige Infrastrukturmaßnahmen (Obergfell & Gölz 2016). Zum anderen ist PV neben Windkraft die zweite große Säule, auf der unser zukünftiges Energiesystem stehen wird: PV und Wind ergänzen sich nämlich in der Stromerzeugung sehr gut und ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden Komponenten minimiert die teuren Regelkosten bei der Stromversorgung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass auch in Zukunft die PV-Preise weiter sinken werden und die damit einhergehende Wettbewerbsfähigkeit steigt.

sinkende PV PreisePrognostizierte Investitionskosten für PV-FFA bis 2050 (Quelle: Fraunhofer ISE, Daten: DIW)


Mittelfristig werden APV-Preise angestrebt, die unter denen von PV-Dachanlagen liegen. Eine Verbreitung der APV würde unter diesen Rahmenbedingungen dann nicht zu volkswirtschaftlichen Mehrkosten führen. Demgegenüber steht der Nutzen, dass landwirtschaftliche Flächen nicht beziehungsweise nur sehr geringfügig für die Nahrungsmittelproduktion verloren gehen  und Landwirte einen Vorteil durch günstigere Stromkosten sowie einer Einkommensdiversifizierung haben. 

StromgestehungskostungQuelle: Fraunhofer ISE


Stromgestehungskosten (Levelized Cost of Electricity) in €/kWh bei einer jährlichen Globalstrahlung (GHI) zwischen 1450 und 2000 kWh/m2/a. Im Vergleich - kleine Aufdachanlage (PV small), PV-FFA (GMPV) und APV. Diese Kostenstruktur ist also in Deutschland noch nicht zu erreichen, sondern gilt für strahlungsintensivere Regionen wie Südeuropa oder der MENA Region.

Betriebswirtschaftliche Betrachtung

Bisher wird die APV-Freiflächentechnologie weder über die PV-Freiflächenausschreibungsverordnung noch über die EEG-Einspeisevergütung gefördert. Somit steht den Investitions- und Betriebskosten kein wirtschaftlicher Nutzen gegenüber. Wie jede andere Erneuerbare Energien Technologie, bspw. Windkraft- oder PV-Aufdachanlagen, sind Verbreitung und Etablierung der APV-Technologie angewiesen auf politische Steuerung und Regulierung. Eine Einspeisevergütung in Höhe von 0,12 €/kWh auf allen landwirtschaftlichen Flächen mit einer gedeckelten Maximalleistung von 3 MWp würde sich die Investition lohnen und ein rentabler Betrieb einer APV-Anlage mit einer für einen DEMETER-Betrieb typischen 7-Fruchtfolge-Landwirtschaft wäre möglich.

Die Folgende SWOT-Analyse stellt einige Vor- und Nachteile dar.

SWOT Analyse

Neuste Forschungsergebnisse belegen, dass die Agrophotovoltaik-Technologie landwirtschaftlichen Betrieben wirtschaftliche Vorteile bringen kann. Dinesh & Pearce fanden in ihrer Studie zum Potential der APV, dass die Kombination von Landwirtschaft und Photovoltaik auf der selben Fläche die Wirtschaftlichkeit eines landwirtschaftlichen Betriebs in den USA um bis zu 30% steigern kann.

The potential of agrivoltaic systems
Dinesh, Pearce (2015)
Zur Studie