Was sind die Herausforderungen unserer Zeit?

Landnutzungskonflikt

Steigende Bevölkerungszahlen, ein erhöhter Energieverbrauch und der dadurch bedingte Klimawandel erhöhen den Nutzungsdruck auf den ländlichen Raum. Klimatische Veränderungen erschweren vielerorts den Anbau von Nahrungsmitteln, die Nahrungsmittelproduktion gerät in Konkurrenz zur Energieerzeugung, gleichzeitig steigt durch das Bevölkerungswachstum die Nachfrage. Es gilt, sich der Herausforderung dieser Landnutzungskonflikte mit innovativen Lösungsansätzen zu stellen.


Klimawandel

Die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln ist abhängig vom Wetter und muss sich daher in Zukunft auf veränderte Bedingungen in Folge des Klimawandels einstellen. Innerhalb Deutschlands wird es regional unterschiedliche Auswirkungen geben: Gebiete, die derzeit zu kühl und feucht sind, können von einem Temperaturanstieg und veränderten Vegetationsperioden profitieren. Wärmere und trockenere Regionen werden sich auf eine Verschlechterung der Bedingungen einstellen müssen. Hinzu kommt ein Anstieg von Wetterextremen wie Dürreperioden oder Starkregenereignissen, wodurch die Ertragssicherheit landwirtschaftlicher Anbausysteme beeinträchtigt wird. Eine Anpassung der Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels ist unumgänglich. Im Pflanzenbau sind veränderte Fruchtfolgen, Kulturen und Aussaatzeitpunkte mögliche Anpassungsmaßnahmen. Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen Boden und Wasser wird daher auch zukünftig eine zentrale Herausforderung sein. Ein Schwerpunkt liegt in Maßnahmen zur Bodenverbesserung, dies betrifft besonders eine Steigerung der Wasserhaltekapazität der Böden sowie die Verringerung von Bodenerosion.

Steigende Bevölkerungszahlen, wachsender Wohlstand und höherer Fleischkonsum

Seit 1961 ist die weltweit zur Verfügung stehende Ackerfläche pro Kopf um rund 46% gesunken. Steigende Bevölkerungszahlen, wachsender Wohlstand und damit verbunden ein höherer Fleischkonsum, der einen höheren Flächenbedarf mit sich bringt, werden den Druck auf die begrenzte Ressource Boden weiter drastisch erhöhen. Ohnehin verfügt Deutschland mit durchschnittlich 0,15 ha pro Kopf im internationalen Vergleich über eine sehr geringe Ackerfläche zur Produktion von Nahrungsmitteln. Im Verhältnis zur gesamten Europäischen Union (EU), die in den vergangenen 50 Jahren ca. 33% an Ackerfläche pro Kopf verloren hat, verlor Deutschland nur ca. 13% Ackerflächen pro Kopf im selben Zeitraum. Jeder Hektar Ackerland, der in Deutschland verloren geht, bedarf einer größeren Fläche anderswo, um die gleiche Menge an Nahrung zu erzeugen, da die Ertragsqualität deutscher Böden im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch ist. Eine möglichst hohe Systemeffizienz von PV-Freiflächenanlagen (PV-FFA) ist deswegen anzustreben, da dadurch der Flächenverbrauch auch weiterhin möglichst gering bleibt - auch wenn aktuell nur sehr wenige Ackerflächen für die Installation von PV-FFA verwendet werden.

 Ackerfläche pro Kopf ISE StellungnahmeQuelle: Fraunhofer ISE, Daten Weltbank

Bodenverknappung durch Versiegelung

Zusätzlich zum Ausbau der Erneuerbaren Energien beansprucht der Ausbau von Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsinfrastrukturen kostbare Böden in Deutschland. Täglich werden 69 ha (das entspricht der Größe von ca. 98 Fußballplätzen)  als Verkehrs- und Siedlungsfläche ausgewiesen. Diese ausgewiesene Fläche wird verbraucht oder versiegelt, was oftmals eine Vernichtung wertvoller Ackerböden bedeutet. Die Bundesregierung hat daher in ihrer Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zur Reduktion der täglichen Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr das Ziel von 30 ha pro Tag bis zum Jahr 2020 vorgeschlagen (Quelle: Die Bundesregierung „Perspektiven für Deutschland. Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung"). Doch das reicht dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), dem Rat der Sachverständigen für Umweltfragen (RSU) und dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (BUND) nicht aus. Daher fordern sie, dass die Inanspruchnahme neuer Flächen bis 2050 auf null reduziert wird.

Wie APV dabei helfen kann das "30-Hektar-Ziel" zu erreichen, sehen Sie unter Genehmigung und Baurecht.