Agrophotovoltaik Hilft, Konflikte zu entschärfen

Gesellschaftlicher Wandel

Die APV-Systemtechnologie bietet viele Ansatzpunkte, Zielkonflikte zu entschärfen. So eröffnen sich neue Gestaltungsräume für nachhaltiges Leben, Möglichkeiten der Entwicklung von lokalem Unternehmertum und der finanziellen Beteiligung der regionalen Bevölkerung. Die traditionelle Landnutzung kann bei gleichzeitiger Produktion von regenerativer Energie ohne zusätzlichen Flächenverbrauch erhalten werden. Für die Landwirtschaft können damit neue, ökonomisch tragfähige Bewirtschaftungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die gleichzeitig zur Einkommensdiversifizierung und damit zur Daseinsvorsorge der Landwirte beitragen: Durch die auf zwei Standbeinen aufgebaute Einkommensstruktur werden die Betriebe krisenfester.


Die APV-Technologie spricht vornehmlich Landwirte, Gemeinden und kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) an, da sie die ländliche Entwicklung und Wertschöpfung in der Region fördern kann, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit des ländlichen Raums gestärkt werden kann und Zukunftsperspektiven für die Region geboten werden.

Begleitforschung und Bürgerbeteiligung fördert die gesellschaftliche Einbettung der APV

Gleichzeitig sind mit der Etablierung dieser neuen Technologie wie mit jeder Innovation viele Unsicherheiten verknüpft bezüglich der Konsequenzen für Natur und Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft. Vor allem aber erregt der so angestoßene Wandel von Kulturlandschaften zu Energielandschaften, also die Veränderung gewohnter Landschaftsbilder, viel Widerspruch. Dieser Wertekonflikt kann jedoch nicht allein durch technische Lösungen adressiert werden kann, weshalb das APV-Konsortium in seinem Forschungsansatz auch diese Dimension in Form des „Living Labs“ beforscht: Grundlage dieses Forschungsansatzes ist die enge Zusammenarbeit von Forschern und Technikern mit Nutzern und der lokalen Bevölkerung schon in frühen Phasen der Entwicklung (mehr Informationen dazu unter „Bürgerwerkstatt).

Beim Living Lab fließt der Gedanke des Mitgestaltens ganzheitlich in den Innovationsprozess ein. Potentielle Nutzer neuer Technologien werden in den Innovationsprozess miteinbezogen und bekommen die Möglichkeit, dessen Entwicklung und Ausgestaltung mitzugestalten. Dabei findet der Innovationsprozess im realen Umfeld der Nutzer statt. Da die Technologie bereits im Living Lab gewissermaßen einem Realitätscheck unterzogen wird, tritt sie als reifere Technologie in den Markt ein und kann schneller in diesem diffundieren, da sie so idealerweise auf weniger Widerstände stößt und geringeres Konfliktpotential birgt.