Agrophotovoltaik Hilft, Konflikte zu entschärfen

Doppelte Landnutzung

Pixaby_red-1166115_1920.jpgDurch die Verwendung von PV Modulen wird die Sonneneinstrahlung auf den Flächen unterhalb des Systems reduziert, das Mikroklima und der Wasserhaushalt können sich verändern. Analysen von Flächen unterhalb von PV-FFA zeigen, dass sich Gradienten bezüglich der Parameter Licht, Feuchtigkeit und Temperatur existieren - wobei die Stärke der Gradienten stark vom Abstand zwischen Modulen und Erdoberfläche abhängen. Je näher am Boden die Module installiert werden, desto größer ihr Einfluss und damit der Gradient in den Umweltfaktoren.

Wie Kulturpflanzen auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren, wird mittels agrarwissenschaftlicher Analysen untersucht. Dafür werden Wachstumsparameter der Pflanzen wie zum Beispiel Bonitur oder Bestandshöhe ebenso untersucht wie verschiedene Umweltbedingungen, beispielsweise Feuchte und Temperatur von Luft und Boden.

Geeignete Feldfrüchte

Schattentolerante Arten wie beispielsweise Kartoffeln, Spinat oder Salate werden nach dem derzeitigen Kenntnisstand mit geringeren Ertrags- und Qualitätseinbußen als lichtliebende Kulturen wie Weizen, Gerste oder Mais reagieren. Konkrete Anbauempfehlungen für landwirtschaftliche Kulturen unter Agrophotovoltaik gibt es bislang nicht.

Einschränkungen und Chancen

Die Praktikabilität von APV für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen wurde gemäß aktuellem Kenntnisstand bislang noch nicht untersucht. Durch die Konstruktion auf der Fläche können unter Umständen Anpassungen der Bewirtschaftungsweise oder neue Geräteanschaffungen notwendig sein.

APV bietet die Möglichkeit, gleichzeitig Nahrungsmittel anzubauen und Energie zu gewinnen. Die Energie kann entweder in das Netz eingespeist oder für den Eigenbedarf genutzt werden. So können neue Geschäftsmodelle für Landwirte entstehen und das lokale Unternehmertum angeregt werden, wodurch die Wertschöpfung in der Region und die ländliche Entwicklung gefördert wird Aber auch über die Landesgrenzen hinaus hat die APV-Systemtechnik großes Potenzial, besonders in der ariden und semi-ariden Klimazone.

Welchen Einfluss hat APV auf Natur und Landschaft?

Da es bisher keine APV-Anlagen in Deutschland gibt, liegen keine Untersuchungen über ihr Folgen für die Umwelt vor. Eine direkte Ableitung der Effekte für die Landwirtschaft auf der Basis  herkömmlicher PV-FFA erscheint aufgrund der unterschiedlichen Nutzungskonzepte nicht sinnvoll.

Solarmodule über landwirtschaftlichen Flächen können zu räumlich zonierten Veränderungen des Mikroklimas führen. Im Fokus stehen hierbei vor allem eine mögliche veränderte Feuchtigkeits- und Temperaturverteilung sowie Bodenerosion. Um die Folgen der veränderten Umweltbedingungen für die Artenvielfalt vor Ort zu evaluieren, eignen sich Betrachtungen zu hochspezialisierten Artengruppen (Indikatoren), wie den Blatt- und Rüsselkäfern. Mögliche Effekte von Agrophotovoltaik auf die floristische Artenvielfalt stehen ebenfalls im Fokus des Forschungsprojekts APV-RESOLA.