Agrophotovoltaik Hilft, Konflikte zu entschärfen

Den Landnutzungskonflikt entschärfen

Die von der Bunderegierung beschlossene Energiewende sieht eine Erhöhung des Stromanteils aus erneuerbaren Energien (EE) auf 35% bis zum Jahr 2020 und auf 80% bis zum Jahr 2050 vor. Schon heute besteht ein großer Teil dieser regenerativen Energien aus PV-Strom. Der Ausbau der EE, insbesondere die verstärkte Verwendung von Biomasse für Energiezwecke und der ― in der Vergangenheit ― rasante Ausbau der PV-FFA, erhöhen den Nutzungsdruck auf den ländlichen Raum. Um den Verlust fruchtbarer Böden für die landwirtschaftliche Nutzung zu vermeiden, erhalten PV Anlagen auf nicht-versiegelten Flächen seit der Novellierung des EEG im Jahr 2012 keine Einspeisevergütung mehr. Die zur Verfügung stehende Fläche für die durch ihre Größe meist besonders ökonomischen Freiflächenanlagen ist dadurch auf nur wenige Standorte begrenzt.

Die Technologie der Agrophotovoltaik bietet durch eine effiziente Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Fläche eine Möglichkeit des Ausbaus großer PV-FFA, ohne dass dabei die Ressource fruchtbarer Ackerboden nennenswert verbraucht wird. Durch gezieltes Lichtmanagement werden die Erträge aus PV und Photosynthese optimiert. Zusätzlich wird die Wertschöpfung in der Region und die ländliche Entwicklung gefördert, da APV-Projekte prädestiniert dafür sind, dezentral von Landwirten, Gemeinden sowie klein- und mittelständischen Unternehmen getragen zu werden. Für die Landwirtschaft ergeben sich neuartige ökonomisch tragfähige Bewirtschaftungsmöglichkeiten.

Projekt APV-RESOLA

Erstmalig präsentiert wurde die APV als möglicher Lösungsansatz bereits 1982 durch Goetzberger und Zastrow am Fraunhofer ISE. Weltweit existieren bisher jedoch noch immer kaum kommerzielle und nur wenige APV-Forschungsanlagen. Im Projekt APV-RESOLA werden nun erstmalig unter Realbedingungen die wirtschaftlichen, technischen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte der Technologie an einer Pilotanlage wissenschaftlich untersucht. Nach Abschluss des Projekts wird ein Innovationskonzept vorgelegt, das als Handlungsleitfaden für den Bau weiterer Anlagen dienen soll. So sollen zusätzliche Flächen für die Erzeugung erneuerbaren Stroms erschlossen werden, ohne dabei in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen zu treten.


Ziel: ganzheitliche Energieversorgung

Für die Landwirtschaft bietet sich die Möglichkeit unabhängiger Stromerzeugung. Zusätzlich zu Kosteneinsparungen durch Eigenverbrauch ergeben sich neue Verdienstmöglichkeiten durch die Einspeisung des selbsterzeugten Stroms in das lokale Versorgungsnetz. Zukünftig ist es denkbar, die APV mit neuen Technologien wie Stromspeichern zu kombinieren und die Nutzung der erzeugten Energie auf Landmaschinen und andere Fahrzeuge auszuweiten.

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